Was ist Gewaltfreie Kommunikation?


Marschall B. Rosenberg, klinischer Psychologe, Konfliktmediator, entwickelte
die Methode der Gewaltfreien Kommunikation (GfK). Seit dreißig Jahren hat
er dieMethode weltweit verbreitet. Sie hat sich als praxisnah in zahlreichen
Konflikten, Verhandlungs- und Veränderungsprozessen in Organisationen,
Unternehmen und Bildungseinrichtungen erwiesen.

Rosenberg sagt, dass es bei der GfK um eine Kultivierung der „Sprache des
Herzens“ geht. Er nennt sie auch die „Sprache der Giraffen“. Die Giraffe hat
das größte Herz aller Landtiere, ihr langer Hals ermöglicht ihr einen enormen
Weitblick und sie gilt in vielen Kulturen als starkes und edles Geschöpf.

Sie wird im Training als Metapher genutzt. Sie ermöglicht es, zu anderen
Intentionen zu kommen. Wir können aufhören, andere Menschen zu
analysieren und zu bewerten, und stattdessen von dem sprechen, was ins
uns vorgeht. Das bedeutet, wir verzichten als Erstes auf Be- oder Verurteilungen
des anderen.

Die GfK basiert darauf, dass jeder versucht, seine Bedürfnisse zu erkennen
und diese so weit wie möglich zu erfüllen.  Was immer jemand tut, aus seiner
Sicht ist es das Beste, was er im Moment für sich tun kann. Das gilt es für sich
und dann auch für andere anzuerkennen.

Erst wenn wir die Bedürfnisse des/der anderen verstehen, können wir zu
einem wirklichen Verständnis und in Verhandlung kommen. Dazu bedarf es
aber genauso und zuerst, dass ich auch meine eigenen Bedürfnisse kenne.
Und Bedürfnisse unterliegen keiner Bewertung, es gibt kein Richtig und kein
Falsch, kein Recht- oder Unrechthaben. Es findet dann ein Aushandeln der unterschiedlichen Bedürfnisse statt.

Diesen Weg zu gehen erfordert Achtung, Respekt und Empathie für sich
selber und den anderen Menschen. Es geht um eine wertschätzende
Verbindung, eine Haltung, die uns in unserer Sprache, in unserem Tun leitet.